Kunsthaus Zürich zeigt «The Marc Rich Collection, Höhepunkte der Fotografie von Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts».

  

 Zürich: bis 3. August 2008 

Vom 20. Juni bis zum 3. August 2008 zeigt das Kunsthaus Zürich Fotografien aus der Marc Rich Collection. Es handelt sich vorwiegend um schwarz-weisse historische Abzüge, welche die Entwicklung der klassischen künstlerischen Fotografie von Ende des 19. Jahrhunderts an repräsentieren.


Kunsthaus Zürich
Heimplatz 1
8001 Zürich
Tel. +41 (0)44 253 84 84

Öffnungszeiten: Sa/So/Di 10–18 Uhr, Mi/Do/Fr 10–20 Uhr
Feiertage: 1. August 10–18 Uhr

Die Marc Rich Collection, die der grosszügige Geschäftsmann aus Anlass des 150. Geburtstags der Fotografie 1989 dem Kunsthaus schenkte, bildet den Grundstock für den Sammlungsbereich der klassischen, künstlerischen Fotografie. Ihr Bogen spannt sich von den Pionieren der Frühzeit (Henry Fox Talbot, Charles Marville) über den Piktorialismus der «Photo-Secession» (Alfred Stieglitz, Edward Steichen), die «Straight Photography» (Paul Strand, Edward Weston, Ansel Adams) bis zu Surrealismus, Konstruktivismus und Bauhaus (Man Ray, László Moholy-Nagy) und dem poetisch-dokumentarischen Realismus der Mitte des 20. Jahrhunderts (Henri Cartier-Bresson, Robert Frank).

Die Kabinett-Ausstellung wird von Tobia Bezzola kuratiert und besteht überwiegend aus «vintage prints» – Abzügen aus der Zeit, in der die Originale entstanden. Sie bietet Gelegenheit, wichtige, nach 1989 neu in die Sammlung gelangte Werke klassisch-moderner Fotokunst vorzustellen. So kam im Jahr 2006, dank einer grosszügigen Schenkung der Dr. Carlo Fleischmann Stiftung, eine Gruppe von experimentellen Arbeiten Herbert Bayers in die Sammlung. Diese repräsentieren die beiden methodologischen Leitlinien, entlang welcher Künstler seit dem frühen 20. Jahrhundert die rein veristisch abbildende, aber auch die pittoresk mimetische Funktion der Fotografie zu überwinden suchten.

ÄSTHETISCHES UND INTELLEKTUELLES VERGNÜGEN IN ÜBER 80 ARBEITEN

Das Spektrum der dargestellten Motive reicht von Architektur und Landschaften über skulpturale Objekte bis zur Sphäre des menschlichen Lebens, des Sozialen und Psychologischen, wie beispielsweise den Portraits. Neben denjenigen von Edward Steichen sind solche von Paul Strand, Baron Adolf de Meyer aber auch die Halbakte des Japaners Daido Moriyama zu nennen. Auch in ihrer technischen Bandbreite ist die Ausstellung aus über 80 Werken repräsentativ. Neben direkter Kamerafotografie präsentiert sie Fotoplastiken und retouchierte Montagen mit dem Effekt, dass die Fähigkeit des Betrachters zwischen Sinn und Sinnestäuschung zu unterscheiden angeregt wird. Das rein ästhetische Vergnügen am Medium der Fotografie ist ebenso beabsichtigt wie die Auseinandersetzung mit den intellektuellen, technischen und handwerklichen Mitteln ihrer Schöpfer.

Die Foto-Sammlung des Kunsthaus Zürich wächst weiter – überwiegend im zeitgenössischen Bereich. Aus konservatorischen Gründen und aus Platzmangel kann bis zur Realisierung der Kunsthaus-Erweiterung nur ein kleiner Ausschnitt davon dauerhaft ausgestellt werden. Nach der Präsentation von grossformatigen Fotografien, die um die Jahrtausendwende herum entstanden («Wallflowers», 2002) und gelegentlichen thematischen Accrochagen wie «Bilderwahl! Gefrorene Augenblicke» (2006), wird mit der Aus­stellung der Marc Rich Collection die Erinnerung an die klassische künstle­rische Fotografie lebendig gehalten, an der sich die nachfolgenden Künstlergenerationen bis heute orientieren.

Kunsthaus Zürich
Datum: 20.6.2008


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