Peter Hebeisen: "Framed and Captured" in der Fabian & Claude Walter Galerie |
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Die Fabian & Claude Walter Galerie freut sich in einer Einzelausstellung die eindrückliche Serie von Tierporträts des in Zürich und Paris wohnhaften Fotografen Peter Hebeisen (*1956, Bern) zu präsentieren.
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Fabian & Claude Walter Galerie
"FRAMED & CAPTURED" Eine Gegenüberstellung von Studioporträts wilder Tiere und afrikanischen Landschaften (2001 – 2007)
Mit der nüchternen Direktheit, in der beispielsweise Irving Penn, Robert Mapplethorpe und Richard Avedon Persönlichkeiten fotografiert und in ihrem innersten Wesen eingefangen haben, so nähert sich Hebeisen in grossformatigen Studioporträts wilden Tieren. Vor neutralem Hintergrund posierend, ruhend, lauernd, fliegend oder zum Angriff ansetzend, konfrontierten sie den Fotografen und so fesseln sie nun in ihrer Eigenheit, Würde und Schönheit die Betrachter. Zur gleichen Zeit wirken diese aus ihrem natürlichen Umfeld herausgelösten Tiere verkünstlicht und unwirklich, gleichsam als Zeugnis vom Aussterben bedrohter Spezies. Dramatisch hervorgehoben wird dieser Aspekt in der Ausstellungsinstallation durch eine Gegenüberstellung der Porträts mit zwei von Mensch und Tier entleerten afrikanischen Landschaften. Das Tier scheint zum musealen Exponat geworden. Gleich ausgestopfter Jagdtrophäen sind sie im Kontakt zu den Menschen machtlos geworden.
Peter Hebeisen setzt in diesem Zyklus auf eine hyperrealistische Bildsprache, insofern er die Realität im Gegensatz zu Penn und Avedon fotorealistisch übersteigert und die Frage nach der gegenwärtigen Befindlichkeit der Tiere in der heutigen Welt aufwirft. Seine Tierfotografie ist inszeniert, nicht vordergründig dokumentarisch, nicht diskret beobachtend. Nach akribischer und intensiver Vorarbeit und immer mit einem Endbild vor Augen, liess er nacheinander Löwen, Affen, ein Krokodil, Störche und einen angriffslustigen Adler mit ihren Dompteuren in grosse, hochspezialisierte Studios kommen. Peter Hebeisen versuchte, so weit es ging, eine Situation zu kreieren, in der sich das Tier wohl fühlte, in der er dem Tier begegnen und aus der er es, wie er sagt, in seinem ganzen Wesen 'abholen' konnte.
Die digitale Nachbearbeitung ist bei Peter Hebeisen ausgeprägt. Er fühlt sich nicht der Realität verpflichtet, sondern extrahiert und kreiert durch die ästhetische Manipulation eine skulpturale Umsetzung des Motives. Er stellt sich in eine kunsthandwerkliche und kunsthistorische Tradition, sieht sich der Malerei im Besonderen sehr verbunden. Dies kommt in der Art wie er die Tiere aus einem meist dunklen Hintergrund herausmodelliert deutlich zum Tragen.
Peter Hebeisens künstlerische Vorgehensweise ist stark an einen konzeptionellen Rahmen gebunden. Er arbeitet in Serien, die thematisch weitgehend voneinander unabhängig sind. So schuf er zwischen 1989 und 1993 unter dem Titel Feindbilder. Flüchtlinge in Europa eine Anzahl einfühlsamer Schwarz-Weiss-Porträts von Flüchtlingen, die er in Zentren für Asylsuchende besucht hatte. In seinem neusten Projekt, European Battlefields 1912 - 2000, lichtet Hebeisen in quasi idyllischen Visten bedeutende europäische Orte ab, wo entscheidende Kämpfe stattgefunden haben.
Biografisches: 1980 bis 1981 besucht Peter Hebeisen die Skulpturklasse UNR, Nevada. Zwischen 1981 und 1984 absolviert er eine Fotografenlehre in Bern und besucht die Kunstgewerbeschule, Bern. In den Jahren 1979 bis 1986 assistiert er zahlreichen international tätigen Fotografen in New York, Zürich, Paris und Mailand. Seit 1986 lebt und arbeitet Peter Hebeisen als freier Fotograf in Zürich und Paris und hat sich als Werbe- und Modefotograf einen Namen gemacht. Eigene Projekte, die seit 1990 parallel zur Auftragsfotografie entstehen, werden seit 1995 in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland der Öffentlichkeit präsentiert. Hebeisens Werke sind weltweit in privaten Sammlungen vertreten.
Publikationen: Peter Hebeisen: Feindbilder. Flüchtlinge in Europa (Bern: Benteli Verlag, 1994), Blossoms & Beauty (Peter Hebeisen, 1997) |
Pressemitteilung
Datum: 28.8.2008
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