Galerie Rigassi


Australien zu Gast - Authentic Paintings

29. September bis 23. Oktober 2010

Dorothy Napanggardi Robinson, Michael Aspinal Murka, Ningura Napurrula, Willy Tjungurrayi, Ruby Puntjunta, Ada Bird Petyarre, Nancy Kunoth Petyarre, Dr. George Ta'kata Ward Tjapaltjari, Paddy Bedford, Michael Nelson Jagamarra, Walala Robert Tjapaltjarri, Josie Petrick Kemarre u.a.

Walala Robert Tjapaltjarri

Walala Robert Tjapaltjarri

Sie wirken wie abstrakte Bilder - und zeigen doch eine eigene Welt: Gemälde von australischen Aborigines-Künstlern.
Schlangenlinien, schwarzweisse Labyrinthe und Wellen formen Landschaften aus der Vogelperspektive. Was verbirgt sich hinter den rätselhaften Bildern der Aborigines-Kunst?
Ererbte Mythen und Märchen, die unter dem Begriff Traumpfade zusammengefasst werden können. Der Traum besitzt seherischen Charakter. Im Traum wird die Beziehung der Aborigines zur Landschaft verankert. Träume sind das kollektive Gedächtnis, in dem die Ahnen aus prähistorischer Zeit in den heutigen Aborigines weiterleben. So ist der Traum oft Inhalt dieser Kunst. Uns bleiben nur geheimnisvolle Hieroglyphen.

In anderen Sphären
Kandinsky, der Vater der abstrakten Malerei, sagte einmal über seine Kunst: «Diese Werke können nicht analysiert, sondern nur langsam erfühlt werden. Der Sinn entzieht sich Menschen, die unsensibel für feinere Dinge sind.» Die Abstraktion macht sich von der unmittelbaren Realität frei, um sich ihre eigene Sphäre zu erobern.
Verbirgt sich hinter der Aborigines-Kunst, die ebenso abstrakt ist, auch dieselbe Absicht? Ja und Nein. Die These, dass die Übereinstimmung mit westlicher Kultur purer Zufall sei, leuchtet nicht ein. Könnte es nicht viel eher sein, dass abstrakte westliche Künstler sich nach langer Suche dem Ursprung nähern - und so ähnliche Resultate erreichen, die die Aborigines aus der Intuition heraus kreieren? Dies würde bedeuten, dass die Malerei von Naturvölkern voreilig als primitiv bezeichnet wird. Schliesslich sind diese ebenso alt wie wir selber. Und in ihrer eigenen Art hoch entwickelt und komplex. Nachdem ihre traditionelle Kunst fast verschwunden ist, bleibt das Malen die einzige Möglichkeit, sich auszudrücken in einer Art und Weise, die auf den Traditionen beruht.

Debra Nagala
Debra Nagala

Universelle Sprache
Die Ähnlichkeit mit der abstrakten Malerei konnte bedeuten, dass die Menschheit durch eine geheime, universelle Sprache verbunden ist und sich letztlich ähnlicher Chiffren bedient. Eine Anekdote des Galeristen Raffael Rigassi: Ein Aborigines-Künstler meinte, als er ein Bild von Rothko sah: «Wer ist dieser Künstler, der mich nachahmt?» Es bleibt einzuwenden, dass die abstrakten Künstler westlicher Prägung nicht immer - wie dies bei den Aborigines der Fall ist - Träume suchen, die zu den spirituellen Gesetzen des Universums zurückführen sollen.
Zurück zu den schwarzweissen Labyrinthen mit Acryl auf Leinwand gemalt. Was erzählt dieses Bild von Mitjilli Napurrula? Labyrinthe bedeuten Lager, heiliger Ort, Stein oder Baum. Aber auch ohne das zu wissen, kann man dieses Bild einfach seiner Form und Farbgebung wegen lieben, genau so, wie wir in ein Bild Rothkos eintauchen können. Man muss nur den Traumpfaden folgen - und das Tor zu einer anderen Welt öffnet sich.

Patricia Kamara Rambler
Patricia Kamara Rambler

DIE KUNST DER ABORIGINES ODER DIE KULTUR DER TRÄUME
Eine Kunst die unser Herz berührt, Tore zu einer anderen Welt öffnet, uns zur Entdeckung des Unerwarteten einlädt. Die Aborigines überraschen uns mit einer künstlerischen Vision ungleich der unseren, verankert im Leben selbst und zutiefst symbolisch. Sie ist vom Traum geprägt (Dreaming), Traum der zu den physischen, moralischen und spirituellen Gesetzen des Universums zurückführt. Also meilenweit entfernt von unserer Vorstellung von Traum und Irrealem. Die Traumzeit (Dreamtime) erzählt von den Taten mythischer Wesen und Vorfahren, welche die Welt aus dem Nichts erschaffen und mit sozialen und philosophischen Gesetzen ausgestattet hatten.
Bei den Aborigines nimmt die Kunst einen äusserst wichtigen Platz ein, denn als Steg zwischen Gegenwart und Vergangenheit, dem Menschen und dem Übernatürlichen, verleiht sie dem einzelnen Menschen sowie der Gruppe deren Identität, dies in Frieden und Harmonie. Musik, Gesänge, Tänze, graphische Motive, Höhlenbilder, Baumrinden, Holzschnitzereien, rituelle oder Gebrauchsgegenstande, Schmuck aus Knochen und Muscheln: jedes Werk fusst auf einem Traum oder einem mythischen Ereignis. Mit der Einführung von Akrylfarbe und Leinwand vor etwa dreissig Jahren, erfuhr die Kunst der Aborigines einen Wendepunkt: von da abtransportierbar, eroberte sie sich ihren Platz auf dem australischen Kontinent, in Europa und den Vereinigten Staaten.


 

Contemporary Aboriginal Art
Barbara Reid Napargardi
Dr. George
Ada Petyarre Bird
Gloria Petyarre
Two Bob
Josie Petrick
Linday Bird
u.a.

George Takata
Dr. George Takate Ward Tjapaltjarri
(Désert de Gibson)

 

Minnie Pwerle
Minnie Pwerle
(Territoire du Nord)

 

Narpula Scobie
Narpula Scobie
122 x 91.5 cm
Acryl auf Leinwand

Kamah King
Kamah King
90 x 120 cm
Acryl auf Leinwand

 

Dr. George Tjapaltjarri
Dr. George Tjapaltjarri
111 x 105 cm
Acryl auf Leinwand


Mitjilli Napurrula
Mitjilli Napurrula, o.T.
Acryl auf Leinwand
91 x122 cm

 

Narpula Scobie
Narpula Scobie, o.T
Acryl auf Leinwand
122 x 182 cm

 

Gloria Petyarre
Gloria Petyarre
"Leaves Body Paint"
Acryl auf Leinwand
86 x 100 cm

 


 
Auf Anfrage senden wir Ihnen gerne Fotodokumentation der Werke und Preisliste
 


Künstler der Galerie / Artists of the Gallery


Galerie Rigassi

Copyright © 1997-2010 Galerie Rigassi