|
|
|
Monica Ursina Jäger
Die Bilder von Monica Ursina Jäger sind auf den ersten Blick nicht richtig zu erfassen. Abhängig von der Distanz und dem Standort des Betrachters ergeben sich neue Linien und Formen, die der einfachen Grundstruktur des Aufbaus zu widersprechen scheinen. Auf einem Bildhintergrund, der entweder mit Tusche auf weissem Grund aufgemalt wurde oder aus einer photographierten Landschaft besteht, erhebt sich eine dreidimensionale Figur, deren Konturen mit Band um aufgenagelte Stahlstifte gewunden wurden. Die Wirkung der Bilder hängt unabdingbar von dieser Dualität ab. Die Arbeiten sind weder Malerei, Photographie noch Skulptur, sondern eine eigenwillige und eigenständige Mischung dieser Gattungen. Sie sind weder einfach noch komplex, sondern offenbaren sich dem Betrachter in verschiedenen Schichten der Wahrnehmung. Dazu passt es, dass Monica Ursina Jäger ihnen keine Titel gibt. Es bleibt dem zukünftigen Besitzer überlassen, sich mit den alltäglichen, kleinen Momenten auseinanderzusetzen und der festgehaltenen und gleichzeitig traumverlorenen Szene ihren Inhalt zu geben. Denn was zwischen den Schichten des Bildraumes sichtbar wird ist eine Poesie des Alltags, ein untrügliches Gespür der Künstlerin für die kleinen Zeitfenster des Glücks, die immer wieder in unseren Alltag einbrechen können, wenn wir nur aufmerksam genug bleiben, um sie zu entdecken. Die Bilder können uns einen Raum öffnen, der lange für die zeitgenössische Kunst verloren schien und von Marcel Proust episch verewigt wurde. Sie können uns zu einem Ort führen, wo nicht nur wilde Rosen blühen.
(Damian Christinger, Pressetext zur Einzelausstellung ,Where the wild roses grow', Galerie Artohek, Zürich 2004) Kunst Zürich
04 |
|
Künstler der Galerie / Artists of the Gallery
Copyright © 1997-2006 Galerie Rigassi
|