Francisco
Núñez: Gesichter
Es gibt über sechs Milliarden verschiedene Gesichter auf
der Welt, und doch sind wir in der Lage, uns bekannte Gesichter
auf den ersten Blick wiederzuerkennen - das Gesicht ist der Schlüssel
zur Identität, zu unserer eigenen wie zu der anderer. Es
sind die evolutionären, sozialen und psychologischen Aspekte
des Gesichts, die das Geheimnis der menschlichen Identität
hüten.
Gesichter spielen eine derart entscheidende Rolle in unserem Leben,
dass die Frage nach ihrem Ursprung und ihrer Bedeutung gleichbedeutend
ist mit der Frage danach, wer wir sind. Mit der Erkundung der
Gesichter des Künstlers Francisco
Núñez, begeben wir uns auf eine Reise in
das Innerste seiner Porträtierten.
Wie lesen wir in Gesichtern, um zu erkennen und zu verstehen?
Mit Hilfe der Mimik lassen sich Emotionen schneller, subtiter
und effektiver ausdrücken als mit Worten. Wir setzen sie
ein, um Gefühle zu offenbaren aber auch um sie zu verbergen.
Mittels des Gesichtsausdrucks spiegelt Núñez
die Innenwelt seiner Persönlichkeiten wieder. Auf der Basis
einer expressionistisch-figurativen Technik, bereichert mit einem
treffenden Farbeinsatz, gelingt es dem Künstler, eine ganz
besondere Atmosphäre in seine Porträtierten hineinzubringen.
Licht und Schatten sorgen dafür, dass der Betrachter ein
dreidimensionales Bild von den Vertiefungen, Erhebungen und Linien
des Gesichts erhält. Mit der besonderen Heraushebung der
Augen seiner Porträtierten, schafft er einen direkten Dialog
zwischen Werk und Rezipienten, wodurch er in jedem Bild einen
einmalig typischen Blick erreicht. (Ernst Helbling)
Francisco
Núñez, geboren am 12. Januar 1963
in Güines, Provincia Habana (Kuba). Er ist Mitglied der Asociación
Nacional de Escritores y Artistas (UNEAC). Grundausbildung an
der Escuela Nacional de Artes Plásticas und der Escuela
Elemental de Música "Fernando Carnicer".
Ricardo Ponce: kubanische Kontraste
Die touristische Idylle Kubas scheint zu gefallen - die kubanische
Lebensfreude manifestiert in Musik und Tanz ebenso. Doch der Postkartenglanz
trübt den Blick der Realität. Der kubanische Künstler
Ricardo Ponce schafft ein facettenreiches und differenziertes
Abbild dieses kommunistischen Landes und vermittelt uns ein Kuba
aus einer etwas anderen Optik. Seine zärtlichen Ungeheuer
erzählen uns vom politisch schyzophrenen kubanischen Leben
und von unzimperlichen Alltagsgeschichten, die die karibische
Idylle zuweilen ganz brutal ad absurdum führen. Der künstlerische
Werdegang von Ricardo Ponce ist aufsehenerregend. Mit den vielen
weltweiten Ausstellungen hat er sich einen Namen gemacht und seine
Werke ziehen eine immer grössere Sammlergemeinde an.
Mit einem sehr eigenen Stil ist es Ponce gelungen, in einer besonderen
Art seine Wesen zwischen Humor und Ernsthaftigkeit, Irrealem und
Wirklichkeit darzustellen. Mit ihrer doppelten Identität,
zwischen Mensch und Karikatur, sind dieses seltsamen Wesen im
Spannungsfeld von Wachsamkeit und Traum angesiedelt. Das verleiht
ihnen im zweifachen Sinn Züge von Menschen und Fantasiegebilden.
Auch wenn er das Groteske dominieren lässt, werden seine
Figuren immer durch einen Schimmer von Zärtlichkeit abgetönt.
(Ernst Helbling)
Ricardo Ponce, geboren am 21. September 1968 in Puerto Padre,
Provincia Las Tunas (Kuba). Er ist Mitglied der Asociación
Cubana de Artistas y Artesanos (ACAA) und der Asociación
Hermano Saíz (AHS). Grundausbildung an der Escuela Elemental
de Artes Plásticas "20 octubre" und der Academia
de Artes Plásticas "San Alejandro" in Havanna.
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