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Rudolf Urech-Seon
(1876 - 1959)

Rudolf Urech-Seon
Selbstnildnis
, 1917
Öl auf Leinwand
38 x 33 cm

Rudolf Urech-Seon
Hügelige Welt
, 1923
Öl auf Leinwand
25 x 55 cm

Rudolf Urech-Seon
Sommermorgen
, 1935
Öl auf Leinwand
60 x 102 cm

Rudolf Urech-Seon
Der Anschluss
, 1938
Öl auf Leinwand
90 x 100 cm

Rudolf Urech-Seon
Composition (chinesisch)
, 1953
Öl auf Leinwand
101 x 71 cm

Rudolf Urech-Seon

Die Arbeiten des Aargauer Malers Rudolf Urech (1876-1959), der sich nach seinem Geburts- und Wohnort den Beinamen Seon gab, wurden jahrzehntelang unterschätzt und zu Unrecht missbilligt. In eigenwilliger, eigenbrötlerischer Arbeitsweise schuf der Künstler ein beachtenswertes Werk, das in der Schweizer Kunst des 20. Jahrhunderts einen Sonderstatus einnimmt. Erst in seinen späten Lebensjahren gelangte er zu der ihm gebührenden öffentlichen Anerkennung. Der über 70-Jährige wurde zur Schweizer Avantgarde gezählt. Heute rühmt man ihn als ersten abstrakten Maler seines Kantons. Das Aargauer Kunsthaus würdigte seine Arbeit in zwei Ausstellungen. Der gelernte Flachmaler entschloss sich erst mit fast 40 Jahren zum Kunststudium. Von der Münchner Akademie ins heimatliche Seon zurückgekehrt, malte er Landschaftsbilder im Stile Ferdinand Hodlers und der deutschen Impressionisten, woraufhin ihn die Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten (GSMBA) aufnahm. In den 20er-Jahren begann er seine Bilder in geometrischen Formen zu abstrahieren und steigerte diese Arbeitsweise im Laufe der 30er-Jahre bis zur vollständigen Abstraktion.

Die reaktionäre Kritik von Publikum, Presse und Künstlerkollegen hielt ihn nicht davon ab, seinen Weg in der Isolation weiterzuverfolgen, nicht fürs Volk und nicht fürs Geld zu malen. Nach einer surrealistischen Zwischenphase unter dem Eindruck des 2. Weltkriegs erreichte er Ende der 40er-Jahre mit grossflächigen, hochgradig abstrahierten Kompositionen den Höhepunkt seines Schaffens. Zeitgenössische Kunstentwicklungen wie bei Picasso, Braque, Le Corbusier, Sophie Taeuber, Jean Arp und Max Bill wahrnehmend, aber nicht nachahmend, hat Rudolf Urech auf seinem eigenen Weg zur Moderne gefunden.

 

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